(Deutsch) SW #51

Alles ist gut. Der Mensch ist unglücklich, weil er nicht weiß, dass er glücklich ist. Nur deshalb. Das ist alles, alles! Wer das erkennt, der wird gleich glücklich sein, sofort im selben Augenblick.

Fjodor Dostojewski, “Böse Geister”

(Deutsch) SW #50

Wenn der Whiskey verraucht ist
Dann gehen wir nach Surrabay
Wenn die Frau gebraucht ist Dann gehen wir nach Surrabay
Surrabay, das gibt es nicht
Das ist kein Ort
Surrabay – das ist nur ein erfundenes Wort

Bertolt Brecht

(Deutsch) SW #49

Our scientific power has outrun our spiritual power. We have guided missiles and misguided men

Martin Luther King

(Deutsch) SW #48

Peng, Peng im Puff!

(Deutsch) SW #47

Because in the end, you won’t remember the time you spent working in the office or mowing your lawn. Climb that goddamn mountain.

Jack Kerouac, The Dharma Bums (via kvlv)

(Deutsch) SW #46

No More Games. No More Bombs. No More Walking. No More Fun. No More Swimming. 67. That is 17 years past 50. 17 more than I needed or wanted. Boring. I am always bitchy. No Fun for anybody. 67. You are getting Greedy. Act your old age. Relax. This won’t hurt.

Hunter S. Thompson’s suicide note

(Deutsch) SW #45

In Städten mit Häfen haben die Menschen noch Hoffnung.

Bernd Begemann

(Deutsch) SW #44

Jeder Krieg hat seinen Radius der Ausbreitung. Dessen Kreis ist scharf umrissen. Seine Überquerung empfindet man physisch. […] Du erlernst Dutzende Arten von Angst. […] Und du begreifst, dass du aus dem Krieg nicht hättest zurückkehren sollen. Der Wehrpass wird nur in eine Richtung ausgestellt. Aus diesem Kreis – dem Kreis des Krieges – findet keiner mehr zurück.

Arkadi Babtschenko zog für Russland zweimal in den Krieg gegen Tschetschenien, zuerst als Wehrpflichtiger, danach freiwillig; NEON 11/2011, S.66 – 74

(Deutsch) SW #43

Es vergeht kein einziger Tag, an dem ich nicht…”, sagt der pensionierte Vertreter für Nachschlagewerke P.Craig Lunt im Büro des Spielsshow-Moguls, der ein Geduldsspiel zwischen den Fingern hält und sich darauf konzentriert, eine Liebesperle in den Mund eines Clowns zu lenken.

David Foster Wallace in “Tiere sehen dich an”

(Deutsch) SW #42

Germans are technocrats holding Goethe in their hand.

Inspired by Georg Diez

(Deutsch) SW #41

We are all Caribbeans now in our own urban archipelagos…Perhaps there is no return for anyone to a native land – only fieldnotes for reinvention.

James Clifford

(Deutsch) SW #40

Doch jetzt sind sie auf einmal überall. Die Blender. Die Hipster. All jene, die ihre Leben zu kuratieren meinen. Die sich als Künstler verstehen, auch ohne Œuvre.

Anuschka Roshani, Das Magazin 20.8.2011

(Deutsch) SW #39

Alle Straßen verliefen schnurgerade, und am Ende jeder Straße lag der Horizont. Fahrräder, Fuhrwerke, Autos kreuzten das Blickfeld, tauchten auf, verschwanden, langsame, bewegliche Figuren auf einem großen Panorama. Ich sah mich selbst mit meinem Koffer gehen, das Blickfeld eines anderen kreuzend, eines Mannes, einer Frau, eines Kindes, die unter der an die Stirn gelegten Hand Ausschau hielten, werweißwonach, die gingen, fuhren, standen, verharrten, die sich anschickten fortzugehen oder einen Heimkehrer erwarteten. Hier, wo alle Straßen in die Ferne führten, schien das Gehen, Sehen, Kreuzen des Blicks eine unaufhörliche große Bewegung, ein Schaukasten des leisen Welttheaters, ein Aufziehspiel, das nie zu Ende ging.

Esther Kinsky, “Banatsko”

(Deutsch) SW #38

Zwischen uniformiert und uninformiert steht nur ein kleiner Buchstabe.

@davidhug

(Deutsch) SW #37

Eine Zeit, in der es sozial bedeutsamer ist, einen IMAP-Client konfigurieren zu können, als ein Gedicht zu rezitieren. Eine Scheißzeit.

@Einstückkäse

(Deutsch) SW #36

I became a journalist partly so that I wouldn’t ever have to rely on the press for my information.

Christopher Hitchens, 2010

(Deutsch) SW #35

Man gewöhnt sich an allem, auch am Dativ

(Deutsch) SW #34

For a very long time, the intellectual consensus has been that we can no longer ask Great Questions. Increasingly, it’s looking like we have no other choice.

David Graeber, “Debt – The first 5000 Years”, S.19

(Deutsch) SW #33

Die Suche nach dem Sündenbock ist die beliebteste aller Jagdveranstaltungen

(Deutsch) SW #32

Charity is a way of maintaining hierarchy, not undermining it.

David Graeber, ”Debt – The first 5000 years”, S.286

(Deutsch) SW #31

Ich glaube, was vor allem erst mal zu einer Abkehr von der parlamentarischen Demokratie führt, ist das große Missverständnis der Bevölkerung, Demokratie sei so eine Art Selbstbedienungsladen, in dem man selber als guter Politikkonsument im Sessel sitzt und immer guckt, ob einem das gefällt, was sie da gerade machen oder nicht. Und wenn einem das gerade nicht gefällt, so wie das zurzeit eben allgemeine Meinung ist, dann tönt man halt rum, die Demokratie ist in Gefahr und es läuft alles falsch.

Juli Zeh

(Deutsch) SW #30

Sie sollten es sich ansehen, und vergessen Sie nicht, auf der Rückfahrt im Hafen von Dublin achtzugeben, was aus Irland exportiert wird: Kinder und Priester, Nonnen und Biskuits, Whisky und Pferde, Bier und Hunde…”
“Mein Kind”, sagte der Priester leise, “Sie sollten diese Dinge nicht in einem Atem nennen.

Heinrich Böll, Irisches Tagebuch

(Deutsch) SW #29

Wir sind zu allem bereit, aber zu nichts zu gebrauchen

(Deutsch) SW #28

Der erzwungene Stillstand in der Überflussgesellschaft ist nur die Fortsetzung des Schlangestehens in der Defizitgesellschaft.

Sabine Riedel

(Deutsch) SW #27

Es gibt zwei Arten, viel Geld zu verdienen, sagte er, als Bücherschreiber oder als Buchmacher.

‘Auf-Schwimmen-Zwei-Vögel’, Flann O’Brien

(Deutsch) SW #26

Am meisten vermisse ich beim Bloggen das Kratzen des Gänsekiels auf Papier.

GeroSteiner

(Deutsch) SW #25

Ich seh das Licht am Ende des Tellerrands.

Sportvadder Phel Ahuna

(Deutsch) SW #24

His singed eyes, black in their deep sockets, seemed already to envision the fate that awaited him but he moved steadily on, his face set toward the dark city, where the children of God lay sleeping.

Flannery O’Connor, from The Violent Bear it Away (thanks, lauralaundry)

(Deutsch) SW #23

Einmal so individuell wie alle anderen sein.

(Deutsch) SW #22

Satire ist eine durchaus positive Sache. Nirgends verrät sich der Charakterlose schneller als hier, nirgends zeigt sich fixer, was ein gewissenloser Hanswurst ist, einer, der heute den angreift und morgen den.

Kurt Tucholsky

(Deutsch) SW #21

Wenn einem nichts mehr einfällt, was man verdrängen möchte.

(Deutsch) SW #20

Umarmungen wie kugelsichere Westen.

(Deutsch) SW #19

Warten. Der Montag unter den Tätigkeiten

(Deutsch) SW #18

Oberste Prinzipien Clarice. Simplifikation… lesen
Sie bei Marc Aurel nach. Bei jedem einzelnen Ding
die Frage, was ist es in sich selbst? Was ist seine
Natur?

(Dr. Hannibal Lecter)

(Deutsch) SW #17

Wenn man es schafft, neunzig Jahre alt zu werden, kollabiert die Zeit.

John Jeremiah Sullivan, “Mr. Lytle”

(Deutsch) SW #16

Er war nervös, aber auf eine Art, wie jeder anständige Mensch nervös ist, wenn man sich mit einem Notizbuch bewaffnet ihm gegenübersetzt und eine Attitüde an den Tag legt, die ungefähr das aussagt: “Ich muss um halb drei zum Flieger: Könnten Sie mir bitte schnell die krassesten Anekdoten aus Ihrem Leben erzählen? Und bestellen Sie sich doch ruhig mehr von dem Spinat-Artischocken-Dip, ich übernehm natürlich die Rechnung.

John Jeremiah Sullivan, “Das finale Comeback des Axl Rose”

(Deutsch) SW #15

THE REPORTS OF MY DEATH ARE GREATLY EXAGGERATED

Was Mark Twain nach Hause telegrafierte als ein Nachruf auf ihn veröffentlicht wurde

(Deutsch) SW #14

The controversy machine is bigger than the reality machine.

Michael Lewis, “Obamas Way”

(Deutsch) SW #13

Ein Geheimdienst blickt durch ein eigenartiges und düsteres Prisma auf die Welt. Wenn ein Mitarbeiter Blumen riecht, schaut er sich nach einem Sarg um.

Robert Gates, ehem.  CIA-Direktor

(Deutsch) SW #12

Nothing comes to my desk that is perfectly solvable. Otherwise, someone else would have solved it.

Barack Obama, US-Präsident

(Deutsch) SW #11

Der Inhalt zieht die Form auf.

Uwe Johnson